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Neu beschrieben – Jos-Rotscheitellerche

Jos-Rotscheitellerche (Calandrella cinerea ssp. rufipecta)

Die Familie der Lerchen ist vor allem in Afrika und Asien verbreitet, einige Arten leben auch in Europa; derzeit werden etwa 90 Arten unterschieden – es dürften tatsächlich aber viele mehr sein ….

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Die Jos-Rotscheitellerche kommt ausschließlich auf dem Jos-Plateu in Zentral-Nigeria vor; sie wird derzeit als Unterart der Rotscheitellerche (Calandrella cinerea (Gmelin)) betrachtet, einer Art, die vor allem im südlichen Afrika verbreitet ist.

Die neu beschriebene Form ist schon sehr lange bekannt, offenbar schon seit 1958; sie wurde letztmalig im Jahr 1994 beobachtet und galt als ausgestorben bis sie schließlich im Jahr 2004 wiederentdeckt wurde – beschrieben wurde sie erst jetzt.

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Quelle:

[1] Martin Stervander; Bengt Hansson; Urban Olsson; Mark F. Hulme; Ulf Ottosson; Per Alström: Molecular species deliminations of larks (Aves: Alaudidae), and integrative taxonomy of the genus Calandrella, with the description of a range-restricted African relic taxon. Diversity 12(428): 1-28. 2020 

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Fotos aus: ‚Martin Stervander; Bengt Hansson; Urban Olsson; Mark F. Hulme; Ulf Ottosson; Per Alström: Molecular species deliminations of larks (Aves: Alaudidae), and integrative taxonomy of the genus Calandrella, with the description of a range-restricted African relic taxon. Diversity 12(428): 1-28. 2020‘

(under creative commons license (4.0))
http://creativecommons.org/licenses/by/4.0

Ich würde mich nicht im Geringsten wundern, wenn die Jos-Rotscheitellerche irgendwann in Zukunft Artstatus erhalten würde. 

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bearbeitet: 15.11.2020

Eine Pleistozäne Lerche

Ein gut erhaltener, mumifizierter Vogelleichnam, der im sibirischen Permafrostboden gefunden wurde, wurde als Ohrenlerche (Eremophila alpestris (L.)) identifiziert, der Körper wurde nun weiter untersucht, und die Ergebnisse sind erstaunlich. 

Foto aus: ‚Nicolas Dussex; David W. G. Stanton; Hanna Sigeman; Per G. P. Ericson; Jacquelyn Gill; Daniel C. Fisher; Albert V. Protopopov; Victoria L. Herridge; Valery Plotnikov; Bengt Hansson; Love Dalén: Article Open Access Published: 21 February 2020 Biomolecular analyses reveal the age, sex and species identity of a near-intact Pleistocene bird carcass. Communications Biology 3: 1-6. 2020‘

(under creative commons license (4.0))
http://creativecommons.org/licenses/by/4.0

Die Radiokarbondatierung des gefrorenen Körpers ergab ein Alter von 43600 bis 41600 Jahren, das bedeutet, er stammt aus der letzten Eiszeit innerhalb des Oberpleistozäns (als Wollhaarmammuts überall auf der Nordhalbkugel häufig und weitverbreitet waren).

Die DNA des Vogels wurde ebenfalls überprüft und es wurde festgestellt, dass es sich um eine Ohrenlerche handelt, allerdings konnte das gefrorene Exemplar keiner der bekannten Unterarten zugeordnet werden. Es scheint hingegen der direkte Vorfahr zweier noch existierenden Formen zu sein, nämlich der Steppenlerche (Eremophila alpestris ssp. brandti (Dresser)) und der Uferlerche (Eremophila alpestris ssp. flava (J. F. Gmelin)) (siehe Foto), die sich aufgrund der Veränderungen der Umweltbedingungen während des Übergangs vom Pleistozän zum Holozän zu eigenständigen Unterarten aufspalteten. [1]

Uferlerche (Eremophila alpestris ssp. flava (J. F. Gmelin)); Männchen

Foto: MPF

(under creative commons license (3.0))
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

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Quelle:

[1] Nicolas Dussex; David W. G. Stanton; Hanna Sigeman; Per G. P. Ericson; Jacquelyn Gill; Daniel C. Fisher; Albert V. Protopopov; Victoria L. Herridge; Valery Plotnikov; Bengt Hansson; Love Dalén: Article Open Access Published: 21 February 2020 Biomolecular analyses reveal the age, sex and species identity of a near-intact Pleistocene bird carcass. Communications Biology 3: 1-6. 2020

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bearbeitet: 21.02.2020