Tag Archives: Oberes Pleistozän

Riesenkauz

Riesenkauz (Strix sp.)

Diese rätselhafte Form ist nur anhand eines einzigen Fossils (USNM 214769) bekannt, einer Unterkiefersymphyse (Symphysis mandibulae) also quasi einem Unterschnabel, der sich einer Eulenart zuordnen lässt.

Das Fossil ähnelt am ehesten dem entsprechenden Knochen in Eulen der Gattung Strix, stammt aber von einer sehr viel größeren Art, viel größer als selbst die größte Art dieser Gattung, dem Bartkauz (Strix nebulosa Forster) und auch größer als jede andere lebende Eulenart; der Vogel mag zu Lebzeiten eine Gesamtlänge von etwas über 1 m erreicht haben! [1]

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Die ersten Menschen, die im Oberen Pleistozän nach Nordamerika einwanderten, sind sehr wahrscheinlich Augenzeugen dieser riesigen Eulenart geworden. Und tatsächlich existieren Überlieferungen diverser Gruppen nordamerikanischen Unreinwohner, die von riesigen Eulen berichten, die sehr gefährlich gewesen sein- und sogar Jagd auf Kinder gemacht haben sollen.

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Quelle:

[1] Storrs L. Olson: A very large enigmatic owl (Aves: Strigidae) from the Late Pleistocene at Ladds, Georgia. H. H. Genoways & M. R. Dawson: Contributions in Quaternary vertebrate paleontology: A volume in memorial to John E. Guilday. Carnegie Museum of Natural History Special Publication 8: 44-46. 1984

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bearbeitet: 23.04.2025

Eine pleistozäne Lerche

Ein gut erhaltener, mumifizierter Vogelleichnam, der im sibirischen Permafrostboden gefunden wurde, wurde als Ohrenlerche (Eremophila alpestris (L.)) identifiziert, der Körper wurde nun weiter untersucht, und die Ergebnisse sind erstaunlich. 

Foto aus: ‘Nicolas Dussex; David W. G. Stanton; Hanna Sigeman; Per G. P. Ericson; Jacquelyn Gill; Daniel C. Fisher; Albert V. Protopopov; Victoria L. Herridge; Valery Plotnikov; Bengt Hansson; Love Dalén: Article Open Access Published: 21 February 2020 Biomolecular analyses reveal the age, sex and species identity of a near-intact Pleistocene bird carcass. Communications Biology 3: 1-6. 2020’

http://creativecommons.org/licenses/by/4.0

Die Radiokarbondatierung des gefrorenen Körpers ergab ein Alter von 43600 bis 41600 Jahren, das bedeutet, er stammt aus der letzten Eiszeit innerhalb des Oberpleistozäns (als Wollhaarmammuts überall auf der Nordhalbkugel häufig und weitverbreitet waren).

Die DNA des Vogels wurde ebenfalls überprüft und es wurde festgestellt, dass es sich um eine Ohrenlerche handelt, allerdings konnte das gefrorene Exemplar keiner der bekannten Unterarten zugeordnet werden. Es scheint hingegen der direkte Vorfahr zweier noch existierenden Formen zu sein, nämlich der Steppenlerche (Eremophila alpestris ssp. brandti (Dresser)) und der Uferlerche (Eremophila alpestris ssp. flava (J. F. Gmelin)) (siehe Foto), die sich aufgrund der Veränderungen der Umweltbedingungen während des Übergangs vom Pleistozän zum Holozän zu eigenständigen Unterarten aufspalteten. [1]

Uferlerche (Eremophila alpestris ssp. flava (J. F. Gmelin)); Männchen

Foto: MPF
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

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Quelle:

[1] Nicolas Dussex; David W. G. Stanton; Hanna Sigeman; Per G. P. Ericson; Jacquelyn Gill; Daniel C. Fisher; Albert V. Protopopov; Victoria L. Herridge; Valery Plotnikov; Bengt Hansson; Love Dalén: Article Open Access Published: 21 February 2020 Biomolecular analyses reveal the age, sex and species identity of a near-intact Pleistocene bird carcass. Communications Biology 3: 1-6. 2020

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bearbeitet: 21.02.2020