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Qinornis paleocenica Xue

Mit dem Ende der Kreidezeit starben sämtliche so genannten Nichtvogeldinosaurier (was für ein Wortungetüm) aus, also alles was man landläufig als Dinosaurier bezeichnet aber eben auch sämtliche Vögel, die nicht der einzigen heute noch existierenden Gruppe der Vögel, den Neornithes, zugeordnet werden können.

… oder doch nicht?

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Qinornis paleocenica ist anhand einiger Reste aus dem unteren oder mittleren Paläozän (vor etwa 61 Millionen Jahren) bekannt, die von einem einzelnen Individuum stammen: ein nahezu vollständiger linker Tibiotarsus, Teile des rechten Tibiotarsus sowie ein nahezu vollständiger rechter Tarsometatarsus mit fast allen Zehenknochen. [1]

Diese fossilen Knochen weisen einige Merkmale auf, die man bei heutigen Vögeln so nicht mehr findet, wohl aber bei einigen aus der Kreidezeit; vor allem ist der Tarsometatarsus nicht vollständig verschmolzen, er weist noch einige Riefen auf, wie man sie heutzutage nur noch bei juvenilen, nicht ausgewachsenen Vögeln findet, nicht aber mehr bei erwachsenen.

Laut einiger Experten für fossile Vögel handelt es sich bei dem Fossil aber durchaus um einen ausgewachsenen Vogel, und Qinornis paleocenica mag einer der allerletzten Vertreter einer der vielen kreidezeitlichen Vogelformen sein, die man zwar der Klade Ornithurae zuordnen kann, zu der auch die Neornithes gehören, die aber trotzdem außerhalb der Neornithes stehen. [2]

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Ich bin mir nicht sicher, ob die Art wirklich nur drei Zehen hatte, das Fossil bzw. dessen Beschreibung umfasst jedenfalls nur drei.

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Referenzen:

[1] X. Xue: Qinornis paleocenica – a Paleocene bird discovered in China. Courier Forschungsinstitut Senckenberg 181: 89-93. 1995
[2] Gerald Mayr: The birds from the Paleocene fissure filling of Walbeck (Germany). Journal of Vertebrate Paleontology, 27(2): 394-408. 2007

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bearbeitet: 01.09.2020

Paläozän – das ‚verfluchte‘ Zeitalter

Das Paläozän, das ist die Zeitperiode die unmittelbar der Kreidezeit folgt, deren Ende durch das berühmteste Massenaussterben der Erdgeschichte gekennzeichnet ist, jenes Massenaussterben dem auch sämtliche non-avialen Dinosaurier zum Opfer fielen.

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Nun, was wissen wir über die Vogelwelt dieser Zeitperiode? NICHTS! Nun ja, zumindest recht wenig.
Ich nenne das Paläozän ‚das verfluchte Zeitalter‘ da, wenngleich sehr wohl einige Überreste von Vögeln bekannt sind, so sind diese nahezu immer sehr fragmentarisch, sehr schlecht erhalten und oft genug nicht wirklich aussagekräftig … und, obendrein scheint es nahezu unmöglich zu sein irgendwelche Informationen über diese wenigen Reste zu finden.

Die meisten Vögel, die wir aus dieser Zeitperiode kennen waren wasserbewohnende Arten, as liegt vor allem daran, dass Überreste von Wasservögeln bessere Voraussetzungen zur Fossilisierung haben als Landvögel.

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So, welche Arten kennen wir denn nun überhaupt? 

Hier eine kleine Aufzählung aller mir bekannten Formen, der Einfachheit halber habe ich sie in alphabetischer Reihenfolge angeordnet.:

Anseriformes (Gänsevögel)

Conflicto antarcticus
 Tambussi et al. 
Naranbulagornis khun Zelenkov
Presbyornis isoni Olson

Cariamaformes (Seriemaartige)

Gradiornis walbeckensis Mayr
Itaboravis elaphrocnemoides Mayr et al.
Paleopsilopterus itaboraiensis Alvarenga
cf. Cariamaformes gen. & sp. ‚Templeuve, Frankreich‘

eine rätselhafte form aus China, Qianshanornis rapax Mayr et al., gehört wohl auch hier her

cf. Charadriformes (Regenpfeiferartige)

drei sehr rätselhafte Formen, die entlang der K/T-Grenze gelebt haben:

Graculavus augustus
 Hope
Palaeotringa littoralis Marsh
Palaeotringa vagans Marsh

Coliiformes (Mausvögel)

Tsidiiyazhi abini Ksepka et al. 

eine bislang nicht beschriebene Form, MNT-11-7952 ‚Menat, Frankreich‘, erscheint mir persönlich ebenfalls sehr mausvogelartig

Gaviiformes (Seetaucher) 

cf. Colymbiculus sp. ‚Templeuve, Frankreich‘

Gastornithiformes (ausgestorbene Familie)

Gastornis russelli Martin
Gastornis sp. ‚Louvois, Frankreich‘, [2016]
Gastornis sp. ‚Maret, Belgien‘

Gruiformes (Kranichvögel) 

Walbeckornis creber Mayr
Wanshuina lii Hou 
cf. Ralloidea gen. & sp. ‚Maret, Belgien‘
cf. Songziidae gen. & sp. ‚Menat, Frankreich‘

Leptosomatiformes (Kurole)

cf. Leptosomatiformes gen. & sp. ‚Templeuve, Frankreich‘

Lithornithiformes (ausgestorbene Familie):

Fissuravis weigelti Mayr
Lithornis celetius Houde 
Lithornithidae gen. & sp. ‚Maret, Belgien‘
Lithornithidae gen. & sp. ‚Templeuve, Frankreich‘

Odontopterygiformes (ausgestorbene Familie)

Pelagornithidae gen. & sp. ‚Templeuve, Frankreich‘

Phaethornithiformes (Tropikvögel)

Lithoptila abdounensis Bourdon, E. et al.
Novacaesareala hungerfordi Parris & Hope 

sowie mindestens eine bislang noch unbeschriebe Form aus Neuseeland

Phoenicopteriformes (Flamingos)

Scaniornis lundgreni Dames 

Piciformes (Spechtvögel)

Eutreptodactylus itaboraiensis Baird & Vickers-Rich (?)

Procellariiformes (Röhrennasen)

Tytthostonyx glauconiticus Olson & Parris (?)

Psittaciformes (Papageienvögel)

Calcardea junnei Gingerich 
Halcyornithidae/Messelasturidae gen. & sp. ‚Menat, Frankreich‘

cf. Rheiformes (Nandus) 

Diogenornis fragilis Alvarenga

Sphenisciformes (Pinguine)

Crossvallia unienwillia Tambussi et al.
Kumimanu biceae Mayr
Kupoupou stilwelli Blokland, Reid, Worthy, Tennyson, Clarke & Scofield
Muriwaimanu tuatahi Ando, Jones & Fordyce
Sequiwaimanu rosieae Mayr et al.
Waimanu manneringi Slack, Jones, Ando, Harrison, Fordyce, Arnason & Penny

Strigiformes (Eulenvögel)

Berruornis orbisantiqui Mourer-Chauviré
Ogygoptynx wetmorei Rich & Bohaska

cf. Struthioniformes (Strauße)

Remiornis heberti Lemoine

Vegaviiformes (ausgestorbene Familie)

Australornis lovei Mayr & Scofield

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Zum Schluß folgt noch der seltsamste Vogel in dieser Liste, und einer der am wenigsten bekannten.: 

Qinornis paleocenica Xue aus China scheint ein Überbleibsel der kreidezeitlichen non-Neornithes zu sein und würde damit außerhalb aller noch existierenden Vogelarten stehen, da diese durchweg zu den Neornithes gehören.

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Nach einigen Recherchen habe ich herausgefunden das der angebliche Flamingoverwandte Scaniornis lundgreni nur anhand von drei Knochenteilen bekannt ist, die nicht wirklich irgendeiner Vogelgruppe zugeordnet werden können und daher mittlerweile als nomen dubium gelten. 

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Referenzen:

[1] Cécile Mourer-Chauviré; Estelle Bourdon: The Gastornis (Aves, Gastornithidae) from the Late Paleocene of Louvois (Marne, France). Swiss Journal of Palaeontology 135(2): 327-341. 2016
[2] Jacob C. Blokland; Catherine M. Reid; Trevor H. Worthy; Alan J. D. Tennyson; Julia A. Clarke & R. Paul Scofield: Chatham Island Paleocene fossils provide insight into the palaeobiology, evolution, and diversity of early penguins (Aves, Sphenisciformes). Palaeontologia Electronica 22.3.78: 1-92. 2019
[3] Gerald Mayr; Thierry Smith: New Paleocene bird from the North Sea Basin in Belgium and france. Geologica Belgica 22(1-2): 35-46. 2019
[4] Gerald Mayr; Sophie Hervet; Eric Buffetaut: On the diverse and widely ignored Paleocene avifauna of Menat (Puy-de-Dôme, France): new taxonomic records and unusual soft tissue preservation. Geological Magazine 156(03): 1-13. 2019

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bearbeitet: 23.12.2019