Schlagwort-Archive: Piciformes

Schöner Hartschnabel

Schöner Hartschnabel (Sparactes superbus (Shaw))

Von der Größe einer Drossel; der ganze obere Theil des Körpers schwarz, mit Ausnahme des Bürzels und der obern Deckfedern des Schwanzes, welche gelbgrünlich sind. Auf dem Kopfe steht ein vier Zoll langer Federbush aus zerschlissenen Federn bestehend, welche gegen den Schnabel gekehrt sind; die Kehle ist mit steifen Borsten besezt und lebhaft roth, mit einigen gelblichen Flecken nach unten; Brust und Bauch schwarz; über die Brust läuft ein Gürtel von lebhaftem Gelb, mit rothen Streifen, und an den Seiten mit schwarzen Punkten; der Schnabel ist eisengrau, die Füße blaulich und die Nägel schwarz.
Das Vaterland dieses Vogels ist unbekannt, das einzig vorhandene Exemplar wurde von Vaillant beschrieben und bekannt gemacht. Man will aber entdeckt haben, daß es ein künstlich zusammengesetzter Vogel sey, womit dann freilich diese Gattung ganz wegfallen würde.
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Wie so viele nicht näher miteinander verwandte Vogelformen wurde auch diese zuerst einmal als eine Art Würger (Laniidae) beschrieben später aber unter anderem den Kuckucksvögeln (Cuculidae) zugeordnet, vielleicht aufgrund der zygodactylen Füße, die in den mir bekannten Abbildungen aber anisodactyl dargestellt wurden.

Bereits zu Beginn das 19. Jahrhunderts wurde dieser Vogel als eine Fälschung erkannt, vermutlich diente ein  Senegal-Furchenschnabel (Lybius dubius (Gmelin)) als Ausgangsmaterial, ein Vogel also, der, obwohl er tatsächlich existiert, eigentlich schon absonderlich und unecht genug wirkt. 

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Darstellung aus: ‚L. P. Vieillot: La Galerie des Oiseaux Le Cabinet d’histoire naturelle du Jardin du Roi. Paris: Carpentier-Méricourt 1834‘

(public domain)

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Witzigerweise findet die hier gezeigte Abbildung auch auf der Wikipedia-Seite über den Braun-Haubendickkopf (Ornorectes cristatus (Salvadori)) Verwendung, einer Vogelart, die tatsächlich existiert und vollkommen anders aussieht.

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Quelle:

[1] H. R. Schinz; Joseph Brodtmann: Naturgeschichte und Abbildungen der Vögel: nach den neuesten Systemen bearbeitet. Leipzig: Weidmann’sche Buchhandlung 1836

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bearbeitet: 23.03.2021

Fossil record of the Piciformes

Family incertae sedis

“Neanis” kistneri (Feduccia) [1]

Picavus litencicensis Mayr & Gregorova

Piciformes gen. & sp. ‘Herrlingen, Germany’

Capitonidae

Capitonides europaeus Ballmann
Capitonides protractus Ballmann

Gracilitarsidae

Eutreptodactylus itaboraiensis Baird & Vickers-Rich (?)

Gracilitarsus mirabilis Mayr

Lybiidae

Pogoniolus (?) sp. ‘Kohfidisch, Österreich’

Picidae

Australopicus nelsonmandelai Manegold & Louchart

Bitumenpicus minimus Campbell & Bochenski [2]

Breacopus garretti Campbell & Bochenski [2]

Dendrocopos major ssp. submajor Jánossy
Dendrocopos praemedius Jánossy

Melanerpes shawi Campbell & Bochenski [2]

Palaeonerpes shorti Cracraft & morony

Picus peregrinabundus Umanska
Picus pliocaenicus Kessler

Pliopicus brodkorbi Feduccia & Wilson

Ramphastidae (?)

Rupelramphastoides kopfi Mayr

Sylphornithidae

Jacamatia luberonensis Duhamel, Balme, Legal, Riamon & Louchart [1]

Oligosylphe mourerchauvireae Mayr & Smith

Palaegithalus cuvieri (Gervais)

Sylphornis bretouensis Mourer-Chauviré

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References:

[1] Anaïs Duhamel,  Christine Balme,  Stéphane Legal,  Ségolène Riamon, Antoine Louchart: An early Oligocene stem Galbulae (jacamars and puffbirds) from southern France, and the position of the Paleogene family Sylphornithidae. The Auk 2020
[2] Kenneth E. Campbell; Zbigniew M. Bochenski: A review of the woodpeckers (Aves: Piciformes) from the asphalt deposits of Rancho La Brea, California, with the description of three new species. Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments 2021

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edited: 31.01.2021

Eutreptodactylus itaboraiensis Baird & Vickers-Rich

Dieser rätselhafte Vogel aus dem späten Paläozän Brasiliens ist nur von einem einzigen, zerbrochenen Tarsometatarsus bekannt, der jedoch offenbar den Kuckucken zugeordnet werden kann.  

Ich kann nicht so viel über diesen Vogel sagen, er scheint für eine paläozäne Vogelart ziemlich groß gewesen zu sein, und es könnte tatsächlich ein echter Kuckuck gewesen sein oder es könnte etwas völlig anderes gewesen sein.  

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Ein kleines (längst überfälliges) update … diese Art wird mittlerweile mit der Familie Gracilitarsidae in Verbindung gebracht.

Der Vogel in meiner neuen Rekonstruktion ist immer noch ungefähr 15 cm lang und ungefähr ein Drittel größer als Gracilitarsus mirabilis Mayr, der einzigen anderen bekannten Art der Familie.

Rekonstruktion

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bearbeitet: 28.07.2019

Geheimnisvolle Vögel: Teil 1.: Die Familie Sylphornithidae

Hier möchte ich einmal eine Art Fortsetzungs“roman“ beginnen, der sich mit geheimnisvollen, kaum bekannten, rätselhaften Vogelformen beschäftigen soll.

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Die Familie Sylphornithidae wurde im Jahr 1988 für die Art Sylphornis bretouensis Mourer-Chauviré erstellt, die aus dem oberen Eozän Frankreichs stammt. Weitere Gattungen/Arten wurden später hinzugefügt. [1][2][3][4]

Die Familie umfasst sehr kleine, singvogelähnliche Vögelchen, gehört allerdings zur Ordnung der Spechtvögel (Piciformes) und ist innerhalb dieser Ordnung wahrscheinlich am nächsten mit den rezenten Glanzvögeln (Galbulidae) verwandt. Die Sylphornithidae sind hier nur eine von wahrscheinlich mehreren Familien innerhalb dieser Ordnung, die im Paläogen [Paläozän, Eozän, Oligozän] die Nischen besetzten, die heute von Singvögeln eingenommen werden. [4]

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Die bislang bekannten Vertreter der Sylphornithidae weisen einen semi-zygodactylen Fussbau auf, das bedeutet, die äußere Zehe konnte je nach Bedarf nach vorn oder nach hinten gedreht werden.

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Die folgenden Gattungen/Arten werden [von einigen Autoren] zur Familie Sylphornithidae gestellt.:

Palaegithalus cuvieri (Gervais): 1852 als Singvogel beschrieben, Oberes Eozän, Frankreich

Sylphornis bretouensis Mourer-Chauviré: 1988, Oberes Eozän, Frankreich [1]

Eutreptodactylus itaboraiensis Baird & Vickers-Rich: 1997, Oberes Paleozän, Brasilien; diese Art wurde ursprünglich der Familie der Kuckucke (Cuculidae) zugeordnet [2]

Oligosylphe mourerchauvireae Mayr & Smith: 2002, Unteres Oligozän, Belgien [3]

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Palaegithalus cuvieri; Typusexemplar, zu unvollständig um genauer untersucht werden zu können

Georges Cuvier: Recherches sur les ossemens fossiles de quadrupèdes : où l’on rétablit les caractères de plusieurs espèces d’animaux que les révolutions du globe paroissent avoir détruites. Paris: Deterville 1812

(public domain)
Palaegithalus cuvieri, diese beiden Exemplare scheinen heute nicht mehr zu existieren

Darstellungen aus: Alphonse Milne-Edwards: Recherches anatomiques et paléontologiques pour servir à l’histoire des oiseaux fossiles de la France. Paris: Victor Masson 1867-1871

(public domain)

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Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Welt im Paläogen einerseits recht ähnlich ausgesehen haben mag wie heutzutage, dass aber viele bekannte Rollen von anderen „Darstellern“ eingenommen wurden, nicht nur bei den Säugern sondern auch bei den Vögeln. Echte Singvögel gab es zu dieser Zeit auf der heutigen Nordhalbkugel noch nicht oder zumindest noch kaum, ihre Nischen wurden von vollkommen anderen Vögeln eingenommen, darunter Verwandte der Hopfe, der Mausvögel, der Papageien oder der Spechtvögel.

Echte Singvögel, die nachweißlich in Australien entstanden, wanderten erst im Laufe des Paläogens ein und konnten sich schließlich zum Ende dieses Zeitalters wirklich etablieren und zu der unfassbaren Anzahl an Arten weiterentwickeln, die wir heute kennen.

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Referenzen:

[1] C. Mourer-Chauviré: Le gisement du Bretou (Phosphorites du Quercy, Tarn-et-Garonne, France) et sa faune des vertebres de l’Eocene superieur; 2. Oiseaux. [Le Bretou locality (Quercy Phosphorites, Tarn-et-Garonne, France) and its late Eocene vertebrate fauna; 2. Birds.]. Palaeontographica Abteilung A 205(1-6): 29-50. 1988
[2] Robert F. Baird; Patricia Vickers-Rich: Eutreptodactylus itaboraiensis gen. et sp. nov., an early cuckoo (Aves: Cuculidae) from the Late Paleocene of Brazil. Alcheringa: An Australasian Journal of Palaeontology 21(2): 123-127. 1997
[3] G. Mayr; Richard Smith: Avian remains from the lowermost Oligocene of Hoogbutsel (Belgium). Bulletin de l’Institut Royal des Sciences Naturelles de Belqique, Sciences de la Terre 72: 139-150. 2004
[4] Gerald Mayr: The phylogenetic relationships of the Tertiary Primoscenidae and Sylphornithidae and the sister taxon of crown group piciform birds. Journal of Ornithology 145(3): 188-198. 2004

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geändert: 26.05.2018

‘Neanis’ kistneri (Feduccia)

Neaniskistneri, der Gattungsname ist in Anführungszeichen geschrieben da der Vogel nicht zur Gattung Neanis gehört, zu der ansonsten eine einzige Art, Neanis schucherti Shufeldt, gehört, ist vermutlich ein Vertreter der Ordnung Piciformes und mag mit der Familie Galbulidae verwandt sein. 

Die Art ist bisher von einem einzigen, fast vollständigen Skelett bekannt, und wie so viele eozäne Vögel war sie ein Zwerg.  

Dies ist natürlich nur eine Skizze

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bearbeitet: 19.11.2017

Ein kleiner Vogel mit einem ‚großen‘ Namen: Teil 2

Rupelramphastoides knopfi Mayr  

Nun, der Kopf scheint auch gefunden worden zu sein, offenbar an einem anderen Exemplar. Hier ist die Rekonstruktion nach dem Messen des Schädels.:

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Es unterscheidet sich nicht wirklich so sehr von der vorherigen Version.:

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Quellen:

[1] Gerald Mayr: A tiny barbet-like bird from the Lower Oligocene of Germany: the smallest species and earliest substantial fossil record of the Pici (woodpeckers and allies). The Auk 122(4): 1-9. 2005 
[2] Gerald Mayr: Avian Evolution: The Fossil Record of Birds and its Paleobiological Significance. Wiley-Blackwell 2016

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bearbeitet: 18.07.2017

Ein kleiner Vogel mit einem ‚großen‘ Namenv

Wenn meine Rekonstruktionsskizze zuverlässig ist, muss dieser Vogel eine Länge von etwa 10 bis 11 cm erreicht haben, dies ist in der Tat ziemlich klein.   

Der Kopf ist jedoch bisher nicht bekannt.

Dieses Mal habe ich beschlossen ein Foto von meiner Zeichnung zu machen und nicht einen Scan, da mein Scanner ein Trottel ist, der mich wütend macht.

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Quelle:

[1] Gerald Mayr: A tiny barbet-like bird from the Lower Oligocene of Germany: the smallest species and earliest substantial fossil record of the Pici (woodpeckers and allies). The Auk 122(4): 1-9. 2005

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bearbeitet: 16.06.2016