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Neue Art – Nördlicher Riesenkolibri (Patagona chaski Williamson et al.)

Der Nördliche Riesenkolibri wurde gerade erst als eigenständige Art erkannt und beschrieben; die ‘neue’ Art ähnelt dem Riesenkolibri (Patagona gigas (Vieillot)), ist aber etwas größer und unterscheidet sich außerdem von der Art durch ihre etwas heller gefärbte Kehle sowie den offenbar etwas auffälligeren hellen Augenring.

Beide Arten kommen offenbar gemeinsam in Ecuador und Teilen Perus gemeinsam vor; der Nördliche Riesenkolibri hält sich jedoch ganzjährig in höheren Lagen auf, im Gegensatz zum gewöhnlichen Riesenkolibri, der z.B. zur Nahrungssuche auch tiefer gelegene Regionen aufsucht.

Photo: John F. Green
https://www.inaturalist.org/people/bewickwren
http://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/

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Quelle:

[1] Jessie L. Williamson; Ethan F. Gyllenhaal; Selina M. Bauernfeind; Emil Bautista; Matthew J. Baumann; Chauncey R. Gadek; Peter P. Marra; Natalia Ricote; Thomas Valqui; Francisco Bozinovic; Nadia D. Singh; Christopher C. Witt: Extreme elevational migration spurred cryptic speciation in giant hummingbirds. PNAS 121: e2313599121. doi: 10.1073/pnas.2313599121. 2024

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bearbeitet: 14.05.2024

Aus Eins mach Sechzehn: Einfarb-Ameisenpitta

Der Einfarb-Ameisenpitta, ein hübsches, aber recht unspektakulär gefärbtes, langbeiniges Vögelchen aus der Andenregion Südamerikas, bei dem es sich eigentlich um keine eigentliche Art sondern um einen Artenkomplex handelt, wie ich hier schon einmal geschrieben hatte, ist nun endlich entsprechend untersucht worden. [1]

Das Ergebnis ist noch spektakulärer als ich persönlich erwartet hatte, tatsächlich ist den ehemaligen sechs Unterarten Artstatus zugestanden worden, es sind aber auch noch neue Arten hinzu gekommen, insgesamt sind dies nun 16 Taxa (15 Arten und eine Unterart).:

Chamí-Ameisenpitta (Grallaria alvarezi Cuervo, Cadena, Isler & Chesser)
Ayacucho-Ameisenpitta (Grallaria ayacuchensis Hosner,; Robbins, Isler & Chesser)
Kastanienbrauner Ameisenpitta (Grallaria blakei Graves)
Cajamarca-Ameisenpitta (Grallaria cajamarcae (Chapman)) 
Oxapampa-Ameisenpitta (Grallaria centralis Hosner, Robbins, Isler & Chesser)
Bolivianischer Ameisenpitta (Grallaria cochabambae J. Bond & Meyer de Schauensee) 
Graves’ Ameisenpitta (Grallaria gravesi Isler, Chesser, Robbins & Hosner)
Junín-Ameisenpitta (Grallaria obscura Berlepsch & Stolzmann) 
Urobamba-Ameisenpitta (Grallaria occabambae ssp. occabambae (Chapman))
Marcapata-Ameisenpitta (Grallaria occabambae ssp. marcapatensis Isler, Chesser)
O’Neill-Ameisenpitta (Grallaria oneilli Chesser & Isler)
Zweifarb-Ameisenpitta (Grallaria rufocinerea Sclater & Salvin)
Muisca-Ameisenpitta (Grallaria rufula Lafresnaye) 
Perijá-Ameisenpitta (Grallaria saltuensis Wetmore)
Äquator-Ameisenpitta (Grallaria saturata Domaniewski & Stolzmann)
Puno-Ameisenpitta (Grallaria sinaensis Robbins, Isler, Chesser & Tobias)
Sierra Nevada-Ameisenpitta (Grallaria spatiator Bangs) 

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Quelle:

[1] Morton L. Isler; R. Terry Chesser; Mark B. Robbins; Andrés M. Cuervo; Carlos Daniel Cadena; Peter A. Hosner: Taxonomic evaluation of the Grallaria rufula (Rufous Antpitta) somplex (Aves: Passeriformes: Grallariidae) distinguishes sixteen species. Zootaxa 4817(1): 1-74. 2020

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bearbeitet: 25.07.2020

Wie viele Tapaculos der Gattung Scytalopus gibt es?

Nun ja, viele – laut einer neuen Studie (deren Fertigstellung offenbar etwa 40 Jahre gedauert hat!!!). 

Die Tapaculos der Gattung Scytalopus sind durchweg kleine, meist gräulich gefärbte, unauffällige Vögel mit schlechten Flugfähigkeiten, die im dichten Unterholz der Andenwälder im Südwesten Südamerikas leben (einige Arten kommen nördlicher vor). 

Der Magellantapaculo (Scytalopus magellanicus (J. F. Gmelin)) (siehe Abbildung unten) ist einer von ihnen und Teil eines Komplexes, der seinen Namen teilt, dem Scytalopus [magellanicus]-Komplex, der wiederum mehrere Arten umfasst, von denen einige erst vor kurzem entdeckt und beschrieben worden.

Magellantapaculo (Scytalopus magellanicus)

Darstellung aus: ‘Richard Crawshay: The birds of Tierra del Fuego. London: B. Quaritch 1907’
(public domain)

Nun, dieser Komplex ist jetzt noch artenreicher geworden, mit der Beschreibung von drei völlig neuen Arten, die sich von anderen unterscheiden: dem Jalcatapaculo (Scytalopus frankeae), dem Weißflügeltapaculo (Scytalopus krabbei) und dem Ampaytapaculo (Scytalopus whitneyi), sowie einer Unterart (die selbst erst 2010 beschrieben wurde), die in den Artrang erhoben wurde, dem Lojatapaculo (Scytalopus androstictus). [1]

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Quelle:

[1] Niels K. Krabbe; Thomas S. Schulenberg; Peter A. Hosner; Kenneth V. Rosenberg; Tristan J. Davis; Gary H. Rosenberg; Daniel F. Lane; Michael J. Andersen; Mark B. Robbins; Carlos Daniel Cadena; Thomas Valqui; Jessie F. Salter; Andrew J. Spencer; Fernando Angulo; Jon Fjeldså: Untangling cryptic diversity in the High Andes: Revision of the Scytalopus [magellanicus] complex (Rhinocryptidae) in Peru reveals three new species. The Auk 137: 1-26. 2020

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bearbeitet: 24.04.2024

Einfarb-Ameisenpitta x sechs

Der Einfarb-Ameisenpitta ist ein mehr oder weniger völlig schlicht, rötlich gefärbter, typischer Ameisenpitta, der in den dichten Wäldern der Anden und ihrer Ausläufer von Nordbolivien bis in Teile Südvenezuelas lebt. 

Der Vogel erreicht eine Größe von etwa 14,5 bis 15 cm. 

Die Art ist in sechs Unterarten unterteilt, die nun alle auf den Artstatus hochgestuft werden sollen. Sie werden dann wahrscheinlich wie folgt benannt:

Bolivianischer Ameisenpitta (Grallaria cochabambae J. Bond & Meyer de Schauensee)
Cajamarca-Ameisenpitta (Grallaria cajamarcae (Chapman))
Junín-Ameisenpitta (Grallaria obscura Berlepsch & Stolzmann)
Einfarb- oder Muisca-Ameisenpitta (Grallaria rufula Lafresnaye)
Sierra Nevada-Ameisenpitta (Grallaria spatiator Bangs)
Urobamba-Ameisenpitta (Grallaria occabambae (Chapman))

Diese zukünftigen neuen Arten unterscheiden sich geringfügig im Farbton ihres rötlich gefärbten Gefieders, höchstwahrscheinlich jedoch eher in ihrer DNA.

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Einfarb-Ameisenpitta (Grallaria (rufula ssp.) rufula … ziemlich wahrscheinlich)

Photo: Nigel Voaden
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0

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bearbeitet: 18.04.2024