Landvögel der brasilianischen Atlantik-Inseln

Im Atlantischen Ozean befinden sich drei Inselgruppen, die politisch zu Brasilien gehören und über die kaum etwas bekannt zu sein scheint: der Fernando de Noronha-Archipel und die Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, die sich beide nahe des Äquators befinden sowie Trindade & Martim Vaz nahe des südlichen 20. Breitengrades.

Interessanterweise sind von diesen Inselgruppen ganze vier Landvogelarten bekannt, von denen zumindest drei wirklich einheimisch und endemisch sind: der Noronha-Olivtyrann (Elaenia ridleyana Sharpe) (Tyrannidae), die ausgestorbene Noronha-Ralle (cf. Rallus sp.) (Rallidae), der Schmalschnabelvireo (Vireo gracilirostris Sharpe) (Vireonidae) und die Noronha-Ohrflecktaube (Zenaida auriculata ssp. noronha Sharpe) (Columbidae), allesamt auf dem größten Archipel, Fernando de Noronha, beheimatet. 

Hinzu kommen zwei mehr oder weniger hypothetische Formen für die zweigrößte Inselgruppe, Trindade & Martim Vaz: eine Taubenform, die nur von einem der ersten Besucher der Insel Trindade am Ende des 17. Jahrhunderts erwähnt wird, sowie, derzeit noch rein hypothetisch, aber sehr wahrscheinlich, eine Rallenform, ebenfalls für diese eine Insel.

Auf keiner der Inseln scheinen bisher ernsthafte Ausgrabungen stattgefunden zu haben, solche Ausgrabungen würden mit einiger Sicherheit weitere heute ausgestorbene Vogelformen zum Vorschein bringen.

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Quellen:

[1] Robert Cushman Murphy: The birdlife of Trinidad Islet. The Auk 32(3): 332-348. 1915
[2] S. L. Olson: Natural history of vertebrates on the Brazilian islands of the mid South Atlantic. National Geographic Society Research Reports 13: 481-492. 1981
[3] Ruy José Válka Alves; Nílber Gonçalves da Silva: Três Séculos de História Natural na Ilha da Trindade com Comentários Sobre Sua Conservação. Smashwords 2016

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bearbeitet: 05.05.2022

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