Pā-Tangaroa – ein ausgestorbener Star von der Insel Mangaia?

Heutzutage gibt es nur noch eine einzige Starenart in Zentral-Polynesien, den Rarotonga-Star (Aplonis cinereacsens Hartlaub & Finsch), der ausschließlich auf der Insel Rarotonga, der größten der Cook-Inseln vorkommt; eine weitere Form, der Schlichtstar (Aplonis mavornata Buller), seinerseits selbst ein Mysterium für über ein Jahrhundert, stammte von einer anderen der Cook-Inseln, nämlich Ma’uke.

Es ist also ziemlich sicher, dass weitere Formen einst auch auf anderen Inseln dieser Inselgruppe vorkamen, richtig?

Ich habe gerade einen Hinweis in diese Richtung gefunden, als ich die Namen aus einer Aufzählung von Vögeln aufgeschrieben habe, die im frühen 20. Jahrhundert von jemandem namens F. W. Christian zusammengestellt wurde; diese Liste ist Teil einer Art Wörterbuch des mangaianischen Dialekts, des Dialekts, der auf der Insel Mangaia, der südlichsten und zweitgrößten der Cookinseln, gesprochen wird.

Hier die Liste der Vogelnamen.:

Pā-Tangaroa. – A speckled bird; somewhat larger than the Kere-a-rako. Frequents coconut palm blossoms. 
Tangaa-‚eo. – The native Wood-pecker; blue above, yellow and white below. 
Kere-a-rako. – A small yellow and green song-bird much resembling a canary. 
Titi. – A bird living in the rocks and crags. Much relished for food. Cf. Maori Titi, the Mutton-bird. Sanskrit and Hindustani, Titti: Tittiri, the Partridge. 
Mokora’a. – The Wild Duck, or rather, a small species of teal, found in abundance round Lake Tiriara. 
Kauā. – A sea-bird. 
Rakoa. – A sea-bird. 
Torea. – A sea-bird. 
Kotuku. – The Blue Heron. 
Kakaia. – A beautiful small white tern or sea-gull. 
Kotaa. – The Frigate or Boatswain Bird. Cf. Samoa, A ta fu,; id. Fijian, Kandavu; id. Uleai (W. Carolines) Kataf; id. Sonserol (S. W. Caralises) Gatyava; id. Cf. Sanskrit Gandharva, a celestial messenger: angel. 
Tavake. – The Tropic Bird (Phaethon). Called in the Marquesas Tavae-ma-te-ve’o, from its two long red tail-feathers. Used in Polynesian head-ornaments. Cf. Ponape Chaok: Chik; id. Cf. Sanskrit Stabaka, Stavaka a peacock’s feather: tuft: plume. 
Kara’ura’u. – A sea-bird. 
Kururi: Kuriri. – The Sand-Piper.
Karavi’a. – The Long-tailed Cuckoo. 
Kura-mō. – A small Parrakeet (on Atiu).
“ [1]

Die entsprechenden wissenschaftlichen Namen der aufgezählten Vögel.:

Pā-Tangaroa – ?
Tangaa-‚eo – Todiramphus ruficollaris
Kere-a-rako – Acrocephalus k. kerearako
Titi – Pterodroma nigripennis
Mokora’a – Anas superciliosa
Kauā – Numenius tahitiensis
Rakoa – Puffinus lherminieri
Torea – Pluvialis fulva
Kotuku – Egretta sacra
Kakaia – Gygis alba
Kotaa – Fregata spp.
Tavake – Phaethon rubricauda
Kara’ura’u – Procelsterna cerulea
KururiKuriri – Tringa incana
Karavi’a – Eudynamis taitensis
Kura-mō – Vini kuhlii

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Alle Namen lassen sich tatsächlich existierenden Vogelarten zuordnen, mit der Ausnahme des ersten Namens. 

Welche Art verbirgt sich also hinter dem Namen Pā-Tangaroa?

Dies ist tatsächlich ein eher ungewöhnlicher Name für einen polynesischen Vogel, und der Verweis auf Tangaroa, einen der wichtigsten polynesischen Götter, ist sehr interessant. Vielleicht wurde ein Vogel mit einem solchen Namen auch als gottähnlich oder heilig oder zumindest als tapu angesehen. 

Die Beschreibung dieses Vogels: gesprenkelt und etwas größer als der Kerearako (d.h. größer als 16 cm), häufig an Kokosnussblüten zu finden, passt recht gut zu einem Star der Gattung Aplonis, tatsächlich passt er mehr zu dieser als zu jeder anderen in Frage kommenden Gattung.

Es gab also mit ziemlicher Sicherheit einmal einen Star der Gattung Aplonis, der auf der Insel Mangaia lebte, und seine subfossilen Knochen könnten früher oder später entdeckt werden; die Frage ist, hat die Art lange genug überlebt, dass sich Einheimische zumindest daran erinnern konnten, dass er Pā-Tangaroa genannt wurde? Angesichts der Tatsache, dass die Erforschung der Fauna und Flora der Cook-Inseln erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann … ist dies durchaus möglich!

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Ich sollte noch erwähnen, dass diese Auflistung, die aus dem Jahr 1920 stammt, bereits den Cookinsel-Rohrsänger (Acrocephalus kerearako Holyoak) erwähnt, der offiziell erst 1973 entdeckt (und ein Jahr später beschrieben) wurde. [2] 

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Referenzen:

[1] F. W. Christian: List of Mangaia birds. The Journal of the Polynesian Society 29(114): 87. 1920
[2] D. T. Holyoak: Undescribed land birds from the Cook Islands, Pacific Ocean. Bulletin of the British Ornithologists‘ Club 94(4): 145-150. 1974

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bearbeitet: 10.03.2020